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THEMA: Wieviel Literatur, Welche?

Wieviel Literatur, Welche? 4 Jahre 6 Monate her #3660

  • murcksi
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Hallo,-

Aufgrund verschiedener Diskussionen in meinem Umfeld, interessieren mich folgende Punkte sehr und würde gerne Meinungen aus anderen Umfeldern hören ;-)

Ausgangssituation sind Kinder die im Alter zwischen 5-7 Jahren beginnen, und ca. 30/Tag im 3.-4.Lernjahr 60min/Tag üben und durchaus geschickt sind.
Unterrichtsquantität, am Beginn 25min. Gruppenunterricht -Übergang bis zum 4. Lernjahr 2x/Woche 45min. Einzelunterricht.
Es geht mir so um den Zeitraum 2.- 4. Lernjahr.


Wieviel Vortragsliteratur im Durchschnitt spielen diese Kinder, und WIE werden diese abgeschlossen?
Also z.B.:
- 1 Vortragsstück/ 1 Satz aus einem Concertino pro Schuljahr, dieses dafür dann "perfekt" am Schuljahresende beim Konzert.
- dasselbe wie oben, aber dann dasselbe Stück gleich bei verschiedenen Gelegenheiten abspielen.
- wie oben aber pro Semester?

- 3-5 Vortragsstücke pro Schuljahr, aber nur eines wird beim Konzert vorgespielt.
- wie oben, aber alle werden abgespielt

- im Durchschnitt pro Monat ein Neues Stück begonnen/abgeschlossen, Arbeit an 2 Stücken gleichzeitig,- 8-10 Konzerte/Jahr.


Und die zweite Frage, die mich interessieren würde, um aus dem "alten Trott" rauszukommen:
Welche Stücke neben Dancla/Komarowski werden bei Euch zwischen Portnoff (Russische Fantasie) und Bartok Rumänische Tänze so gespielt?


Hier scheint zwar kaum mehr etwas los zu sein, vielleicht kann/mag aber doch der eine oder andere seine Meinung dazu äussern,- ich würde mich freuen.

Lg, murcksi
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Wieviel Literatur, Welche? 4 Jahre 6 Monate her #3661

  • Ines
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Hallo murksi!

Zu deiner letzten Literaturfrage kann ich z.B. das Kaleidoskop von Cui empfehlen, die Stücke sind eher leicht, aber können durch Lagenspiel individuell interessanter gestaltet werden.Die leichteren Werke von Kreisler...

Allgemein denke ich mal kann man Kinder zwischen 7 und 11/12, das ist wohl das angepeilte Lernalter, eher mit Stücken mit einem leichtem Pepp durch Technik begeistern, als mit den unendlich viel vorhandenen Romanzen, die meist schon einen ausgeprägten Ton erfordern und eben Ausdruckskraft, die eben für Erwachsene gedacht sind, und allenfalls frühreife Kinder locken. Außerdem kann man durch ausgewählte kleine Techniksahnebonbons schnelle Erfolgserlebnisse produzieren.

Zu deiner Frage, wieviel Stücke, also Literatur im Lernjahr bzw. Semester, kann ich nur sagen, kein Kind bleibt begeistert bei der Sache, wenn ein concertino über einen langen Zeitraum geübt wird, womöglich über ein Jahr sogar. Vielmehr sollte eigentlich in kurzen Zeitabständen neues angeboten werden. Bei längeren Konzerten, ist es sicher sinnvoll nebenbei noch ein peppiges, relativ leichtes gelegentlich daneben mitdurchzunehmen. Genau wie man ein Konzert auchmal kurz einen Monat ruhen lassen kann, um es dann wiederaufzunehmen und mit frischem Elan zuende zu führen.

Außer anlässlich von Vorspielen, denke ich ist auch sinnvoll ein Konzert vollständig zu lernen mit all seinen Sätzen, denn es sind halt Gesamtkunstwerke und mit dem Spiel von nur einem Satz geht der Gesamteindruck verloren. Deshalb denke ich sind längere Konzerte eben abwechselnd mit kurzen Stücken -wie es etwa die Biene von Schubert ist-, wenn nicht sogar gleichzeitig sinnvoll.

Also spätestens nach 2 Monaten muss was neues her. Abwechselnd mit kurzen Stücken dürften dann pro Jahr etwa wie von dir zuletzt angeben zwischen 8 bis 10 Literaturwerke anfallen, wobei wie gesagt nicht alle gleich lang sind, etwa eine Bach Partita als längstes, und Kreisler/Cui ec. als kurze.

Ach so als Nachtrag noch, es ist sehr beliebt anscheinend viel barockes zu spielen, aber gerade für Kinder sind diese Stücke irgendwann eher wie Genudel ausfallend, viel interessanter sind die peppigen mit ganzem Griffbrett und allen Bogenmöglichkeiten. Denn im Gegensatz zu Erwachsenen sind Kinder höchst interessiert an allen möglichen Effekten und Überraschungen, das sollte man ihnen nicht vorenthalten, zumal sie keine Berührungsängste haben.(Aber wem sag ich das, der Autorin von Gespenstermusik....)

Und zum Punkt perfekt. Mit Perfektionismus kann ich auch die Freude am Instrument verleiden. Natürlich sollte man darauf bestehen, ein Stück am Ende bestmöglich zu spielen. Aber man sollte auch bedenken, die Kinder spielen vor allem um zu lernen und nicht um im Vorspiel perfekt zu funktionieren. Für Ausnahmetalente, die mit voll Eifer auf eine Profikarriere von klein auf arbeiten, ist es etwas anderes. Aber das normale Kind finde ich muss man reizen mit Stücken, die sein Potential herausfordern. Das heißt der Lernaspekt ist in diesem Alter der viel größere, als der Perfekte. Lieber holt man ein Stück später noch mal hervor, und vom neuen Lernstandpunkt aus, ist es auf einmal leicht. Biete ich nie Anreize, bleibt auch die Lernmotivation zurück.

Ich lese viel in Erwachsenenforen, die teilweise 7 und mehr Jahre Geigenunterricht hatten als Kind, und noch den Thais z.B. als Riesen Herausforderung ansehen. Da wurde offensichtlich der Unterricht sehr verschleppt. Ein Lehrer sollte eben nicht den Schüler nur versorgen als Beschäftigung, sondern ihn begeistern mit Herausforderungen. Es gibt die Lehrer die lassen den einfachsten Rieding erst nach 3 bis 4 Jahren spielen,andere noch im 1.Lern-Jahr, welches Kind wird wohl mit mehr Lust üben?
shoot for the moon ... even if you miss you will land among the stars (Studentenweisheit)
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