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THEMA: Gruppenunterricht in der Schule

Gruppenunterricht in der Schule 10 Jahre 10 Monate her #756

  • Sasis
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Hallo,

da Interesse vorhanden zu sein scheint, dachte ich, ich beschreibe euch einmal kurz den Gruppenunterricht in (m)einer Schule (mit musikalischem Zweig), und klar - hier können wir uns auch austauschen, ich bin mir sicher, der Gruppenunterricht variiert von Schule zu Schule.
Ehrlich gesagt, bin ich mir sogar sehr sehr sicher, dass der Gruppenunterricht, so wie ich ihn kenne, eigenartig auf euch wirken wird. Es ist mir schon klar, dass der Unterricht so nicht unbedingt ideal ist.

Momentan gibt es 10 Violinschüler - fünf spielen seit geraumer Zeit (5 - 9 Jahre) und fünf seit kürzerem (2 - 0 Jahre). An und für sich könnten wir in 3 Gruppen aufgeteilt werden, aber die Schule will sich das nicht leisten, also sind wir in 2 Gruppen aufgeteilt.
In einer Gruppe sind drei Schüler, die seit längerem spielen und zwei die noch nicht so lange spielen - in der anderen sind zwei, die schon länger spielen, und drei die noch nicht so lange spielen.

Dabei muss man sagen, dass dieses Fach auch benotet wird - und es auch einen Lehrplan gibt - der natürlich kaum eingehalten werden kann, wenn man in der ersten Klasse einen Schüler bekommt, der bereits vorher einige Zeit Unterricht hatte.

Ich meine, außerdem lernt nicht jeder gleich schnell - als ich in die Schule gekommen bin, habe ich nach einem Jahr dieselben Stücke gespielt, wie die, die eine Klasse über mir waren und demnach ein Jahr länger Unterricht an der Schule hatten (was zwar keine Kunst war, aber egal :blink: ).

Jedenfalls... versucht der Lehrer natürlich trotzdem, jeden zu fördern. Manchmal teilt er auch auf zwei Zimmer auf und läuft dann hin und her.
Oder die, die weiter sind, spielen dann ab und zu die 'einfachen' Stücke mit denen mit, die noch nicht so weit sind.

Ja... es wäre wahrscheinlich einfacher, wenn die Gruppen nach Niveau aufgeteilt wären... aber selbst dann - nach 5 Jahren ist man meist nicht so weit wie nach 8 Jahren.

Ich bin schon gespannt auf eure Rückmeldungen.
lG ;)
Citius, altius, fortius
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Re:Gruppenunterricht in der Schule 10 Jahre 10 Monate her #757

  • Annette
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Hallo Sasis,

hast Du denn noch zusätzlich Einzelunterricht, oder nur den Gruppenunterricht?

Wenn man beides hat, ist es vielleicht auch ganz lehrreich, mit Leuten mit verschiedenen Niveaus zusammenzuspielen. Sonst denke ich, es wäre besser, wenn ein Lehrer ganz auf die spezielle Situation eines Schülers eingeht.

Lg
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Re:Gruppenunterricht in der Schule 10 Jahre 10 Monate her #758

  • profi
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Hallo,
es gibt für mich zwei Herangehensweisen an den Gruppenunterricht. Das eine wäre der Klassenunterricht nach Paul Rolland, wo eine ganze Klasse von zwei Lehrern auf allen Streichinstrumenten gleichzeitig unterrichtet wird. Dabei muss ich aber meine Ansprüche auf individuelle Förderung sehr zurück schrauben. In diesem Fall geht es mehr um die Musikalisierung von Kindern und Jugendlichen, die noch keinen Kontakt zur Musik hatten. Bei Bedarf kann dann nach Ende des 2jährigen Kurses in kleienen Gruppen oder einzeln weiter gelernt werden.
Das andere ist der Gruppenunterricht in der Musikschule, der aber in kleineren Gruppen stattfindet. Hier werden die Schüler schon individueller gefördert, aber wenn ich sehe, dass das Lerntempo immer weiter auseinander klafft, müssen sie getrennt werden. Denn sonst artet es in einen \"gemeinsamen\" Einzelunterricht aus, bei dem aber für jeden Schüler nur extrem wenig Zeit ist.
So ähnlich stelle ich es mit bei euch vor. Dem Lehrer werden Schüler verschiedener Leistungsniveaus vorgesetzt, und wenn er sie fördern will, muss er lauter kleine Einzelstunden geben, die aber viel zu kurz sind, um effektiv arbeiten zu können. Das Zusammenspielen von verschieden starken Schülern kann von Vorteil sein, wenn die individuelle Förderung auch noch stattfindet. Alles andere ist in meinen Augen nicht förderlich und bringt den Einzelnen nicht wirklich weiter. Natürlich stellt sich an dieser Stelle auch die Frage, was will ich mit meinem Unterricht erreichen? Ich kann nur für mich sagen, dass ich meinen Aufgabe darin sehe, aus jedem Schüler das herauszuholen, was möglich ist. Das zu erreichende Niveau spielt dabei keine Rolle, aber jeder Schüler sollte bis an seine Grenzen gebracht werden können, und manchmal auch darüber hinaus.
So sehe ich das.
Gruß
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