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THEMA: Gruppenunterricht für Fortgeschrittene

Gruppenunterricht für Fortgeschrittene 11 Jahre 4 Monate her #312

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Es ist ja heutzutage die allgemeine offizielle Meinung, dass man Anfänger in Gruppen unterrichtet, und wenn die dann etwas fortgeschritten sind, wechselt man - je nach Begabung/Interesse und/oder Geldbeutel - zum Einzelunterricht.

Dagegen finde ich, man sollte die ersten Unterrichtsstunden (so etwa bis zu einem halben Jahr) im Einzelunterricht machen, um die grundlegenden Bewegungsabläufe sorgfältig einzuüben. Danach hätte ich mit Gruppenunterricht keine Probleme,im Gegenteil, das kann dann richtig praktisch sein, wenn gleich mehrere zuhören, was man so erklärt.

Wie denkt Ihr darüber?
Bro
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Re:Gruppenunterricht für Fortgeschrittene 11 Jahre 4 Monate her #313

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Hi bro

Nun ja, da stellt sich mir die Frage kann man im Gruppenunterricht prinzipiell nicht so intensiv, gründlich und sorgfältig arbeiten wie im Einzelunterricht. Ich persönlich bin immer noch dabei das rauszufinden ;)
Ich finde es gerade im fortgeschrittenen Stadium nicht so einfach in Gruppen zu arbeiten. Wenn man z.B. eine Gruppe hat die nicht 100% auf dem gleichen Stand ist, und dann soll man z.B. den kleinen Vivaldi G-Dur (Hallo Sasis ;) unterrichten, dann wirds schwierig.
Wie macht Ihr das eigentlich bei Schülerkonzerten im Gruppenunterricht. Lasst ihr die Schüler die Konzerte unisono spielen? Oder ist das dann mehr Simultanunterricht als Gruppenunterricht. Denn nach meinem Verständnis soll ja ein wichtiger Bestandteil des Gruppenunterrichts das Zusammenspiel sein.

Nochmal zu deiner Frage Bro. Wenn es bei dir mit dem Gruppenunterricht an sich klappt, dann ist es sicher auch im Anfängerbereich möglich. Vielleich dauert es dann einfach etwas länger als ein halbes Jahr bis die grundlegenden Bewegungsabläufe gründlich klappen. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass Einzelunterricht am Anfang besser ist, weil es schneller gründlich geht. Und gerade am Anfang wollen die Schüler ja dass es schnell voran geht.
viele Grüße
Felix Hammer
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Re:Gruppenunterricht für Fortgeschrittene 11 Jahre 4 Monate her #314

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Hallo Felix,
ich finde Gruppenunterricht immer dann effizient, wenn man mehreren Leuten das gleiche erklären kann. Zum Beispiel: Verschiedene Schüler sollen das Vivaldi-Konzert spielen, gleich zu Anfang trifft man sich mal und der Lehrer erklärt allen die allgemeinen Dinge, wie Fingersätze, die Stricharten, Phrasierungsregeln, wie man es am besten übt, und ähnliches.
Damit das im Musikschulalltag möglich ist, bin ich für ein flexibles Unterrichtsmodell, bei dem die Schüler(eltern) nicht eine bestimmte Unterrichtszeit kaufen, sondern eine Betreuung. Das würde einen ständigen Wechsel von Gruppen-und Einzelunterricht möglich machen, je nach aktuellem Bedarf.
Man könnte dann den Stundenplan nach Themen auf verschiedenen Niveaus organisieren (z.B. Bach, Rieding&Co, Jazz-Standarts, Technik-Club, Vibrato, usw, je nach Interessenlage der Klasse) die Schüler würden dann zu den Themen kommen, die ihnen vom Interesse her und terminlich passen. Alle paar Wochen könnten die Themen rotieren, so dass jeder mal Gelegenheit hat, zu seinem Wunschthema zu kommen. Wichtig wären auch Förderstunden, für die Schüler, die nicht in Gruppen zu handhaben sind, und freie Förderstunden, in die nach Bedarf Schüler bestellt werden können, die zum Beispiel nicht so gut mitgekommen sind, oder die ein spezielles Problem haben. Außerdem hätte ich ein paar Stunden für die absoluten Anfänger reserviert, um die gut auf den Weg zu bringen. (Ich kann mir schon vorstellen, dass man auch den ersten Anfangsunterricht in Gruppen machen kann, allerdings hätte ich wohl nicht genug Augen auf alle gleichzeitig zu achten, hätte nicht genug Hände alle Bogenhaltungen und Handstellungen gleichzeitig zurechtzurücken.Ich sage nicht, dass es unmöglich ist, aber mir würde es schwerfallen.
Und es ist ja nun mal so, dass eine einmal falsch eingeübte Bewegung nur sehr schwer wieder zu korrigieren ist.)

Von Seiten der Verwaltung und der Direktion wäre da allerdings ein kreatives Umdenken erforderlich...

Zu der Frage nach Unisonospiel:
Zwei meiner besten Schüler spielen gerade das Mendelssohn-Konzert, sie kommen dafür meist zu zweit in beide Stunden. Wir spielen das unisono zu dritt, das ist dann so ungefähr wie eine Stimmprobe im Orchester. Das macht viel Spaß und hat einen guten Übungseffekt. Wenn es gut läuft, können wir vielleicht mal einen Pianisten engagieren, der uns dann begleitet.
Viele Grüße,
Bro
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Re:Gruppenunterricht für Fortgeschrittene 11 Jahre 4 Monate her #315

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Hallo,
Gruppenunterricht ist leider ein Zugeständnis an leere Kassen. Mit der Zeit habe ich allerdings festgestellt, dass er mir gersde im Anfangsunterricht eigentlich mehr Spaß macht als Einzelunterricht, auch wenn ich dort natürlich etwas schneller vorankomme (aber auch nicht immer!!). Den Schülern macht es auch mehr Spaß in der Gruppe, es spornt an, wenn de andere ein Liedchen schon besser kann, dann wird zu Hause mehr geübt. Sobald ich aber sehe, dass das Tempo zu weit auseinander klafft, muss ich die Gruppe auflösen oder neu zusammenstellen.

Zu dem schönen Modell der flexiblen Unterrichtsein-teilung möchte ich anmerken, dass das in Zeiten mit vermehrter NAchmittagsschule oder gar Ganztagesschule kaum bis gar nicht realisierbar ist. Vielleicht noch an einer kleineren zentralen MS, ich arbeite z.B. an einer serhr großen und dezentralen Schule, habe an zwei U-Nachmittagen drei U-Orte zu versorgen, ich bin jedesmal froh, wenn mein Stundemplan steht.
Und Förderstunden würde ich gerne meinen begabten Schülern zukommen lassen, denn was schafft m,an schon in 30 Minuten? Die Idee mit dem Mendelssohnkonzert ist gut, so sieht man die Schüler wenigstens zweimal in der Woche.

Grüße,
Uta
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Re:Gruppenunterricht für Fortgeschrittene 11 Jahre 4 Monate her #316

  • fhammer
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Hi bro

Das Modell klingt klasse. So würde ich auch gerne Unterrichten.
Wenn ich mir allerdings so meine Klasse anschaue sehe ich schwarz für so eine Idee.
Gerade die Kinder in der Grundschule haben einen derartig vollen Terminkalender das ist unglaublich. Das sieht meistens so aus. Montag: Tennis, Dienstag: Fußball, Mittwoch: Geige, Donnerstag: Ganztagsschule, Freitag: Kommunionunterricht oder sowas, Samstag: Shoppen mit den Eltern, Sonntag: \"darf ich nicht üben\" ;)
Ich frag mich wann die Kids mal draußen mit ihren Freunden um die Häuser ziehen und auch mal Mist machen können? Das kennen einige überhaupt nicht mehr. Freizeit ist bei vielen prinzipiell in Vereinen und unter Aufsicht organisiert.
Dann kommt auch noch die logistische Frage dazu. Viele meiner Schüler werden von außerhalb herangefahren. Die Eltern sind immer schon froh wenn sie diesen Termin einhalten können.

Ich denke dass dieses flexible Unterrichtsmodell bei meiner Klasse alleine schon an dem festen Terminplan der Schüler und an der Logistik scheitern würde.

Ideal ist sowas denke ich z.B. für ein Musikinternat. Da hat man die Schüler direkt vor Ort und die wollen sowieso nichts anderes als Musik machen.
viele Grüße
Felix Hammer
(admin)-lehrsaiten.de
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