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THEMA: Kurse des dt. Suzuki-Instituts

Kurse des dt. Suzuki-Instituts 11 Jahre 11 Monate her #48

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In diesem Thread wird dieser Contentartikel diskutiert: Kurse des dt. Suzuki-Instituts

Hallo,

auch ich freue mich sehr über diese neuen Saiten, denn ich hoffe, als Mutter eines kleinen Geigenspielers vor allem Tips fürs Üben und die Motivation zu finden.

Mein Sohn ist noch 5 (gerade eingeschult) und hat im Mai in unserer örtlichen Musikschule begonnen. Er hat 30 Minuten Unterricht, bei dem ich nicht anwesend bin, auf Wunsch der Lehrerin. (Ich finde das auch OK, denn eine Mama im Hintergrund kann schon stören und ablenken). Dadurch bin ich allerdings auf sehr kurze Gespräche beim Abholen angewiesen, was das Üben betrifft.

Ich spiele selber Klavier und kann daher nicht viel bei der Geigenspieltechnik korrigieren. (Da ich aber viel singe, kann ich eine Intonation zumindest ein wenig beurteilen)

Beim Üben sitze ich dabei und feure an. Wir üben jeden Tag, aber nur 10 Minuten, wobei ich nur die Konzentration zähle, d.h. mit Ablenkungen zwischendurch sind wir dann doch meistens 15-20 Minuten beschäftig.

Er lernt nach dem \"Saßmannshaus\", und wir sind zur Zeit beim Stück \"Liebe Karin, sieh mal an...\", also beim Thema Bogenwechsel auf leeren Saiten.

Die Motivation meines Sohnes schwankt. Es war sein eigener Wunsch, Geige zu lernen, aber manchmal hat er eigentlich keine Lust zu üben (ähnlich wie mit seinen Hausaufgaben, und vermutlich normal bei jedem Kind).

Oft schaffe ich es trotzdem, ihn zu motivieren, vor allem mit Lob. Ein Trick ist ein Konzert für die Kuscheltiere, der funktioniert aber natürlich nicht immer.

Ich schreibe ihm auch Klavierbegleitungen. So hört sich \"Liebe Karin\" schon ganz nett an, und das motiviert ihn auch.

Manchmal ist er auch von sich aus sehr motiviert, dann kann man merken, daß er Fortschritte macht, aber wie gesagt, das schwankt.

Was mich hier interessiert:

1. Welche Erfahrungen gibt es hier mit Motivation und Üben von so kleinen Anfängern?

2. Welche Motivations-Tricks speziell für Eltern gibt es?

3. Sind 10 Minuten üben in dem Alter OK? (Er soll kein Wunderkind werden, aber Freude an seinem Instrument und der Musik bekommen, und natürlich auch die Option, später ein gutes Niveau zu entwickeln1)

4. Mit Interesse habe ich die Empfehlung zu den Suzuki-Kursen gelesen (www.lehrsaiten.de/content/view/31/31/), in denen von \"vielen neuen, frischen Ideen\" für den Anfangsunterricht die Rede ist.

Natürlich ist dies nur für Lehrer, und es wäre völlig überzogen, daß ich als nicht Geige spielende Mutter an so etwas teilnehmen würde.

Daher würden mich ein paar inhaltliche Berichte hier sehr interessieren. Diese Webseite würde dann für Eltern ncoh interessanter.

Vielen Dank und viele Grüße

Annette
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Re:Kurse des dt. Suzuki-Instituts 11 Jahre 11 Monate her #51

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malbrecht schrieb:
In diesem Thread wird dieser Contentartikel diskutiert: Kurse des dt. Suzuki-Instituts

Hallo Annette,

Herzlich willkommen im Forum. Ich komme gerade von meinen kleinen Geigern und will versuchen Dir zu antworten.

Annette schrieb:
Mein Sohn ist noch 5 (gerade eingeschult) und hat im Mai in unserer örtlichen Musikschule begonnen. Er hat 30 Minuten Unterricht, bei dem ich nicht anwesend bin, auf Wunsch der Lehrerin. (Ich finde das auch OK, denn eine Mama im Hintergrund kann schon stören und ablenken). Dadurch bin ich allerdings auf sehr kurze Gespräche beim Abholen angewiesen, was das Üben betrifft.

Also ich finde das überhaupt nicht o.k. Im Gegenteil. Wenn es irgendwie zeitlich möglich ist, bestehe ich darauf, dass die Eltern mit dabei sind! 5jährige sind zu klein für diese Art der Selbstständigkeit. Er kann keine Aufgabenhefte lesen und ich glaube auch nicht, dass du als Mutter in einem kurzen abschliesenden Gespräch genug vermittelt bekommen kannst, um gerade die Anfangsschwierigkeiten in der Haltung zu Hause zu kontrollieren.
Wenn er bereits seit gut 5 Monaten Geige spielt und immernoch Liebe Karin ... spielt, verliert man auch schnell die Lust daran. Das sollte eigetlich nach 5 Wochen geschehen sein. Aber da kann man niemanden reinreden. Ich weiß nicht wie der Unterrichtsinhalt vermittelt wird und kenne auch deinen Sohn nicht, als dass ich mir da ein Urteil erlauben könnte. Ich weiß nur, dass ich im September wieder 4 Neue á 30 Minuten bekommen habe und die jetzt alle 4 bei den Saitenwechseln und auch einem 2. Finger angelangt sind.
Beim Üben sitze ich dabei und feure an. Wir üben jeden Tag, aber nur 10 Minuten, wobei ich nur die Konzentration zähle, d.h. mit Ablenkungen zwischendurch sind wir dann doch meistens 15-20 Minuten beschäftig.

Das klingt doch ok und gut. Ich empfehle den Eltern meiner Vorschulkinder (ich habe gern bereits 4jährige Anfänger), die Konzentrationsphasen abzupassen und die restliche Zeit mit reiner thematischer Beschäftigung zu verbringen: z.B. Ein kleines Geigenstück zum hören, etwas basteln, was mit Geige zu tun hat, den Unterricht MALEN etc, etc. Das bringt den kleinen bei, dass man sich eine gewisse Zeit, die länger als 10min. dauert, mit EINER Sache beschäftigen kann und sollte.
Die Motivation meines Sohnes schwankt. Es war sein eigener Wunsch, Geige zu lernen, aber manchmal hat er eigentlich keine Lust zu üben (ähnlich wie mit seinen Hausaufgaben, und vermutlich normal bei jedem Kind).
Am Anfang ist die Motivation eigentlich sehr groß. Ich würde Dir raten, doch einmal dem Unterricht beizuwohnen. Dann kann man schnell sehen, ob er für das Kind ansprechend und motivierend ist. Schließlich kennst du deinen Sohnemann besser als jeder Lehrer der Welt. Ich höre mir stets sehr gern die Tipps der Eltern an, z.B. wenn ich schlecht einschätzen kann, ob ich den Schüler zu viel oder zu wenig lobe.
Ich schreibe ihm auch Klavierbegleitungen. So hört sich \"Liebe Karin\" schon ganz nett an, und das motiviert ihn auch.
Zum Beispiel. Es ist sehr wichtig, dass die kleinen von Anfang an ein Gefühl für Musik bekommen. Ich spiele auch immer eine 2. Stimmer mit.
Was mich hier interessiert:

1. Welche Erfahrungen gibt es hier mit Motivation und Üben von so kleinen Anfängern?

2. Welche Motivations-Tricks speziell für Eltern gibt es?

4. Mit Interesse habe ich die Empfehlung zu den Suzuki-Kursen gelesen (www.lehrsaiten.de/content/view/31/31/), in denen von \"vielen neuen, frischen Ideen\" für den Anfangsunterricht die Rede ist.

Natürlich ist dies nur für Lehrer, und es wäre völlig überzogen, daß ich als nicht Geige spielende Mutter an so etwas teilnehmen würde.
Daher würden mich ein paar inhaltliche Berichte hier sehr interessieren. Diese Webseite würde dann für Eltern ncoh interessanter.

Zu 1und 2.
Wie bereits erwähnt haben die kleinsten eigentlich selten ein Motivationsproblem. Vielleicht ist die Geige auch nicht das richtige ... auch wenn er sie selbst gewählt hat? Ist der Unterricht anschaulich und lebendig genug? Ist alles verständlich für den 5jährigen? Das sind DInge die ich zuerst klären würde, bevor ich mir über \"Motivationsmaßnahmen\" gedanken mache. Das sind nämlich alles Motivationshemmnisse, wenn diese Punkte nicht ok sind.

zu 3.
Siehe oben. Wenn er in die Schule kommt würde ich aber so nach und nach auf 30 minuten hochschrauben. Die Regelmäßigkeit macht es.

zu4.
Ja. ;) Steht auf der Tagesordnung. Noch schöner wäre es natürlich, wenn ein ausgebildeter Suzuki-Lehrer sich hier melden würde und einen entsprechenden Artikel einreicht. Mir selbst geht es wie Ilse: Ich habe auch nur so ein Wochenendseminar besucht, von dort aber unheimlich viel mitgenommen.
2 Grundpunkte die für Dich dabei interessant sein könnten:
1. Die Kinder sind insgesamt sehr motiviert durch das häufige gemeinsame ÜBEN mit gleichaltrigen und etwas ältern, ohne jedoch auf den wöchentlichen Einzelunterricht verzichten zu müssen.
2. Die Eltern sind AKTIV mit in das Geschehen einbezogen ;) und können dadurch viel besser zu Hause eine Stütze sein.

Fazit: Motivation ist nicht der schnelle Versuch á la Konzert für Kuscheltiere .... das zieht nicht ständig, wie du gemerkt hast. Das Problem wird tiefer hängen. Es sind die aufgezählten anderen Faktoren, die gut harmonisieren müssen um eine dauerhaftere Motivation zu gewährleisten.

Wir stehen erst am Anfang dieses Portals. Wenn viele Leute sich auf diese Art einbringen, werden wir sicher auch bald viele Erfahrungsberichte unter \"Tipps & Tricks\" finden.

vG
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(Mirko Albrecht)<br><br>Post geändert von: fhammer, am: 28/09/2005 22:29
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Re:Kurse des dt. Suzuki-Instituts 11 Jahre 11 Monate her #59

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Hallo Mirko,

Vielen Dank für diese ausführliche und hilfreiche Antwort!

Ja, ich würde wirklich gern mal zuhören im Unterricht und selber mitkriegen, wie das so abläuft. Manchmal ist mein Sohn recht glücklich, wenn ich ihn abhole, aber manchmal ist er sehr geknickt.

Zunächst schildere ich mal meine Eindrücke über die Lehrerin, wobei ich auf jeden Fall vermeiden will, daß etwas irgendjemand uns wiedererkennt. Es könnte ja gut sein, daß auch Kollegen von unserer Musikschule diese Seiten entdecken. Daher muß ich vielleicht doch einiges weglassen.

Also, die Lehrerin hat erst im Frühjahr mit Geigenunterricht angefangen, mit mehreren kleinen jungen Anfängern. Anscheinend sind die anderen auch nicht weiter als mein Sohn, denn ich habe schon mit zwei weiteren kürzlich geredet. Üben scheint bei mehreren ein schwieriges Thema zu sein.

Es könnte sein, daß die Lehrerin sich noch unsicher fühlt, aber ich finde, jeder muß erst mal seine Chance bekommen. Ich habe bei meinem Sohn vorsichtig vorgefühlt, ob er vielleicht lieber eine andere Lehrerin hätte, aber er meinte \"nein, dann hätte ich Heimweh nach ihr\".

Die Musikschule bietet nur recht wenige Unterrichtsstunden pro Jahr an, deshalb fällt öfter mal eine Woche aus, in den Schulferien sowieso. Begründung: Finanzen. Die Leitung bedauert dies auch.

ZUm Thema, ob Eltern beim Unterricht dabei sind:
malbrecht schrieb:
Also ich finde das überhaupt nicht o.k. Im Gegenteil. Wenn es irgendwie zeitlich möglich ist, bestehe ich darauf, dass die Eltern mit dabei sind! 5jährige sind zu klein für diese Art der Selbstständigkeit. Er kann keine Aufgabenhefte lesen und ich glaube auch nicht, dass du als Mutter in einem kurzen abschliesenden Gespräch genug vermittelt bekommen kannst, um gerade die Anfangsschwierigkeiten in der Haltung zu Hause zu kontrollieren.

Ja, das denke ich eigentlich auch. Ich habe am Anfang versucht, darüber zu diskutieren, aber sie wollte auf keinen Fall. Ich habe dann nachgegeben. Vielleicht fühlt sie sich auch kontrolliert.... Da sollte ich noch mal insistieren

malbrecht schrieb:
Wenn er bereits seit gut 5 Monaten Geige spielt und immernoch Liebe Karin ... spielt, verliert man auch schnell die Lust daran. Das sollte eigetlich nach 5 Wochen geschehen sein.

Ja, am Anfang hat es alles gedauert. Erst mal hat er lange nur Rhytmus geübt: zupfen und klatschen. Und Finger-Vorübungen mit dem Bogen. Mein Sohn ist eher ein Kopftyp, und diese feinmotorischen Dinge sind ihm am Anfang schwergefallen. Dann kam eine lange Sommerpause dazwischen, in der wir aber, bis auf 3 Wochen Urlaub, weitergeübt haben. In den Sommerferien hat er die rhytmische Koordination dann gelernt (Viertel und Halbe, mit zählen, mit Text und mit ta ta ta ta bzw. taja taja, und mit marschieren). Darauf ist er jetzt auch stolz und führt es gern vor. Am Anfang hatte das überhaupt nicht geklappt.

Seitdem haben wir eigentlich jede Woche ein neues Stück. Jetzt sind wir bei \"Vögel, die nicht singen...\" Nächste Woche soll es mit der kleinen Terz losgehen, da freut er sich schon drauf. Zum ersten Mal nicht nur leere Saiten.

Die Lehrerin scheint sehr anspruchsvoll zu sein, was ich auch richtig finde, aber das demotiviert meinen Sohn offensichtlich manchmal: also, der Rhytmus muß stimmen (klappt jetzt, aber Konzentration braucht es auch dafür), der Bogen muß richtig gehalten werden, da achten wir aufs Handgelenk, ein krummes Däumchen, den kleinen Finger, die Schulter darf nicht vor und zurück, der Saitenwechsel muß richtig sein usw. Irgendetwas ist aber immer falsch, und dann ist er frustriert. Er ist z.B. in die Stunde reinmarschiert mit dem Gefühl, daß er gut geübt hat, aber hinterher war er dann ganz geknickt, weil irgendetwas wieder falsch war.

Ältere haben eine größere Frustrationstoleranz als kleine. Bei meinem Sohn wirkt immer positive Verstärkung, also viel Lob. Natürlich nur ehrliches Lob. Er merkt eigentlich selbst schon sehr gut, ob es gut war, oder nicht. Ich merke immer, ob er sich Mühe gibt, und dann lobe ich ihn.
Ich weiß nur, dass ich im September wieder 4 Neue á 30 Minuten bekommen habe und die jetzt alle 4 bei den Saitenwechseln und auch einem 2. Finger angelangt sind.

Boh, das ist ja wirklich schnell°
Am Anfang ist die Motivation eigentlich sehr groß.
Ich würde Dir raten, doch einmal dem Unterricht beizuwohnen. Dann kann man schnell sehen, ob er für das Kind ansprechend und motivierend ist. Schließlich kennst du deinen Sohnemann besser als jeder Lehrer der Welt. Ich höre mir stets sehr gern die Tipps der Eltern an, z.B. wenn ich schlecht einschätzen kann, ob ich den Schüler zu viel oder zu wenig lobe.

Leuchtet mir ein.
Wie bereits erwähnt haben die kleinsten eigentlich selten ein Motivationsproblem. Vielleicht ist die Geige auch nicht das richtige ... auch wenn er sie selbst gewählt hat?

Das verunsichert mich jetzt natürlich sehr.
Ist der Unterricht anschaulich und lebendig genug? Ist alles verständlich für den 5jährigen? Das sind DInge die ich zuerst klären würde, bevor ich mir über \"Motivationsmaßnahmen\" gedanken mache. Das sind nämlich alles Motivationshemmnisse, wenn diese Punkte nicht ok sind.

Ja, genau die Gedanken mache ich mir.
Wenn er in die Schule kommt würde ich aber so nach und nach auf 30 minuten hochschrauben. Die Regelmäßigkeit macht es.

Das habe ich längerfristig auch vor. Nur ist er auch recht früh eingeschult worden (Kann-Kind, aber ausführlich auf Schulreife getestet, kleiner Kopftyp). Und jetzt muß sich erst mal der Schulalltag etablieren.

Ich denke auch, daß Zusammenspiel mit anderen am allermeisten motiviert. (Mir ging das immer so, und mit Klavier hatte ich immer meine liebe Mühe, Kammermusikpartner zu finden.) Deshalb sind wir auch in der Musikschule, statt einen Privatlehrer zu nehmen. Dort gibt es nämlich ein Kinderorchester, in dem schon sehr Kleine mitspielen, Vorspielnachmittage, ein jährliches großes Konzert usw.

Ein eventueller Lehrerwechsel müßte also innerhalb der Musikschule stattfinden. Ob das vielleicht Ärger macht, weiß ich nicht.

Viele Grüße

Annette
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Re:Kurse des dt. Suzuki-Instituts 11 Jahre 11 Monate her #61

  • malbrecht
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Hallo Anette,

Annette schrieb:
Zunächst schildere ich mal meine Eindrücke über die Lehrerin, wobei ich auf jeden Fall vermeiden will, daß etwas irgendjemand uns wiedererkennt. Es könnte ja gut sein, daß auch Kollegen von unserer Musikschule diese Seiten entdecken. Daher muß ich vielleicht doch einiges weglassen.
Wäre gut, weil das nur böses Blut schürt.
Also, die Lehrerin hat erst im Frühjahr mit Geigenunterricht angefangen, mit mehreren kleinen jungen Anfängern. Anscheinend sind die anderen auch nicht weiter als mein Sohn, denn ich habe schon mit zwei weiteren kürzlich geredet. Üben scheint bei mehreren ein schwieriges Thema zu sein.
EIn Neuling zu sein ist keine Schande. Jeder hat mal angefangen. Auch ich habe mich sehr unsicher gefühlt und Schweißperlen auf der Stirn bekommen, wenn Eltern mit im Unterricht saßen.
Wer aber seine Arbeit nicht reflektieren lässt, wird nicht besser werden.
Die Musikschule bietet nur recht wenige Unterrichtsstunden pro Jahr an, deshalb fällt öfter mal eine Woche aus, in den Schulferien sowieso. Begründung: Finanzen. Die Leitung bedauert dies auch.
Das verstehe ich nicht ganz. Schulferien sind klar, da wird nicht unterrichtet. Aber die restliche Zeit sollte doch völlig normaler Unterricht laufen. Oder? Es gibt ja die lustigsten Modelle (http://www.lehrsaiten.de/content/view/33/35/
), aber eine Beschneidung der restlichen Unterrichtszeit ... das ist mir neu.
Die Lehrerin scheint sehr anspruchsvoll zu sein, was ich auch richtig finde, aber das demotiviert meinen Sohn offensichtlich manchmal: also, der Rhytmus muß stimmen (klappt jetzt, aber Konzentration braucht es auch dafür), der Bogen muß richtig gehalten werden, da achten wir aufs Handgelenk, ein krummes Däumchen, den kleinen Finger, die Schulter darf nicht vor und zurück, der Saitenwechsel muß richtig sein usw. Irgendetwas ist aber immer falsch, und dann ist er frustriert.
Das ist richtig. Am Anfang habe bin ich auch immer solange auf den Stücken herumgeritten, bis ich zufrieden war, oder der Schüler aufgehört hat.
Lies mal den Artikel zum Saßmannshaus: http://www.lehrsaiten.de/content/view/14/31/
Das Problem dieses Schulwerkes ist es nämlich, dass zu wenig Material vorhanden ist, für Schüler die eben länger an einem Problem kauen. Das heißt, die Lehrerin muss eben kreativ werden und neue Stücke im gleichen Stil erfinden, wenn ihr der Bogengriff noch nicht gefällt. \"Anspruchsvoll\" muss man immer sein, denn was man am Anfang versaut, rächt sich später. Aber was an \"Liebe Karin ...\" nicht geklappt hat, wird eben an einem ähnlichen Stück mit andern Noten anderem Text, aber gleichem Problem weiter geübt. Das gibt dem Schüler eher das Gefühl, weiterzukommen. Auch muss man aufpassen, was man alles kritisiert. Einiges ist für 5jährige eben kaum nachvollziehbar. Da reicht es auch, wenn man es im Unterricht verbessert, es aber dem Kind nicht als \"FALSCH\" und \"SCHLECHT\" verkauft.
Auf den Bogen muss man sowieso auch achten, wenn die Finger auf das Griffbrett kommen. Das Problem wird sie nicht \"auf ewig\" wegzaubern können. Da gilt: dranbleiben.
Wie bereits erwähnt haben die kleinsten eigentlich selten ein Motivationsproblem. Vielleicht ist die Geige auch nicht das richtige ... auch wenn er sie selbst gewählt hat?

Das verunsichert mich jetzt natürlich sehr.
Na wie können Kinder mit 5 Jahren denn feststellen, dass Geige IHR Instrument ist? Sie haben doch eigentlich keinen Schimmer, wie sich die Geige beim Spielen \"anfühlt\", was es bedeutet, ein Konzert zu erarbeiten usw. Sie werden es irgendwo einmal gesehen haben oder im Kindergarten war eine Musikschul-\"Werbeveranstaltung\". Ersteinmal begonnen, kann das durchaus dahingehend umschlagen, dass man Geige nun doch nicht mehr mag. Dir als Mutter würde ich dabei raten, nicht nachzugeben, solange du siehst, dass es nur ein Nicht-anstrengen-wollen-Problem ist. Wenn man aer merkt, der kleine quält sich wirklich und das ist nichts für ihn, sollte man een wechseln. Aber wie Du erzählst, scheint Deiner im Wesentlichen schon zu wollen.
Deshalb sind wir auch in der Musikschule, statt einen Privatlehrer zu nehmen. Dort gibt es nämlich ein Kinderorchester, in dem schon sehr Kleine mitspielen, Vorspielnachmittage, ein jährliches großes Konzert usw.
Ein eventueller Lehrerwechsel müßte also innerhalb der Musikschule stattfinden. Ob das vielleicht Ärger macht, weiß ich nicht.

Sehe ich auch so. Es gibt zwar sehr pfiffige Privatlehrer, die auch eigene Kammermusikguppen und Streichorchester aufbauen, aber das ist eher die Seltenheit. Eine MS hat da etwas mehr Potential.
Ein Lehrerwechsel innerhalb der MS ist immer problematisch, weil durch ein Weggehen eines Schülers innerhalb der Schule, sich der betroffene Lehrer oft persönlich angegriffen fühlt. Zu solchen Taten würde ich erst bei wirklich gravierenden Problemen schreiten.
Die Lehrerin deines Kleinen sollte lernen, die Eltern mit einzubeziehen. Bleib während des Unterrichts aber ruhig, auch wenn Dir Dinge arg missfallen. Das kann man hinterher besprechen. Nur wenn sie sich als absolut lernunwillig oder uneinsichtig entpuppt, würde ich über einen Lehrerwechsel nachdenken. Das hilft dann indirekt sogar der Lehrerin, weil sie dann Zeit hat darüber nachzudenken, wie es besser laufen könnte.
Aber verstehe das bitte nicht als Aufforderung. Ich kenne Eure Lehrerin nicht persönlich und würde zu solchen Schritten nur bei ganz gravierenden Problemen raten. Der persönliche Umgang ist dabei nicht zu unterschätzen! Wenn Dein Sohn sie sehr mag, kann das auch nach hinten losgehen.

vG
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(Mirko Albrecht)<br><br>Post geändert von: malbrecht, am: 02/10/2005 22:37
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Re:Kurse des dt. Suzuki-Instituts 11 Jahre 11 Monate her #62

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Hallo Mirko,

vielen Dank für diese Antwort, die wieder sehr ausführlich und hilfreich ist!

Ich denke, daß ich mich hier noch öfter melden werde.

Ja, ich sehe das alles im Prinzip genauso. Einen Lehrerwechsel habe ich auch nicht ernsthaft erwogen, und mein Sohn will ihn ja auch nicht, was ich durch vorsichtiges Fragen herausgefunden haben.

Ich muß halt gucken, daß ich mehr einbezogen werde. Jetzt wird er ja bald mit der kleinen Terz beginnen. Da wäre es wirklich hilfreich, wenn ich mal beim Unterricht anwesend wäre, damit wir nicht etwa falsch üben.

Was die ausfallenden Wochen angeht: die Musikschule bietet noch weniger Unterrichtswochen an als die Schulen. Je nach Feiertagen und Umständen fällt dann immer mal eine Woche aus, oder die Ferien sind noch länger.

Begründung: andernfalls müßte ein höherer Beitragssatz berechnet werden. Auf meinen Einwand, daß wir den auch gern bezahlen würden, hieß es dann, daß der aber andere Eltern vielleicht abschrecken könnte, er sei ja hoch genug.

Für die Lehrer ist das auch blöd, denn sie verdienen weniger.

Na ja, dies ist auch eine wichtige Diskussion. Ihren Beitrag zu diesem Thema habe ich natürlich gelesen, und bei Gelegenheit werde ich mich auch dazu äußern.

Eltern, Lehrer und Musikschulen müssen hier an einem Strang ziehen.

Nochmal vielen Dank und viele Grüße

Annette
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