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Wenn da nicht die Kommunen wären ...

Eigentlich sind wir alle liebend gerne Instrumentalpädagogen. Wir lieben das Instrument, wir mögen die Arbeitet mit Kindern und Jugendlichen ... wenn da nicht die unsägliche Kulturpolitik vieler Kommunen wäre: Musikschullehrerstellen werden gestrichen, sobald eine Stelle frei wird, exorbitante Ferienüberhänge, geringere Bezahlungen, Honorarverträge ...

{mosimage}Eine traurige Landschaft tut sich vor einem engagierten und träumenden Musikstudenten auf, der voller Hoffnung, sein Wissen nun weitervermitteln zu dürfen, die schützende Hand seiner Musikhochschule verlässt. Kaum jemand möchte sich den Realitäten stellen, bis er nicht selbst als Opfer mit hineingestossen wird:
Da gibt es Kommunen, welche vollig ungeniert einen Ferienüberhang von 4 JWS errechnen, diesen aber nicht bezahlen können und daher den üblichen Satz von 30 JWS auf 26 reduzieren (selbstverständlich mit Lohnausgleich nach unten) und daraufhin den Ferienüberhang wieder anhängen. Ergebniss: Gleiche Arbeit (30 JWS) ... aber ca. 13% weniger Gehalt.
Andere Kommunen zahlen zwar 100% des BAT-Gehaltes, errechnen aber einen Ferienüberhang von bis zu 6 JWS! Das ist technisch eigentlich nur noch für Pädagogen lösbar, welche ihre Vormittage mit MFE und Klassenmusizieren bestücken können. Erinnern wir uns: Lehrer an allgemeinbildenden Schulen des öffentlichen Dienstes geben im Schnitt zwischen 24 und 27 JWS. Ein Teil von ihnen wird immernoch verbeamtet und in einigen Bundesländern fallen die Weiterbildungstage (SchiLF-Tage) in die Schulzeit und nicht in die Ferien.
Es gibt Kommunen, welche sich großmundig eine "teure" Musikschule leisten, diese aber ausschließlich mit Honorarverträgen am Leben erhalten - den Schulleiter einmal ausgenommen. Der Lehrer muss, meist in ländlichen Gebieten, weite Strecken mit dem Privat-PKW auf sich nehmen, um über 5 oder 6 Honorarverträge seinen Unterhalt zu finanzieren.
Musikschulen denken bereits mit zitternden Händen an den nächsten altersbedingten Abgang einer ihrer aktivsten Lehrkräfte. Egal welches Instrument darunter leiden wird: Die Kommune will die Stelle streichen. Selbst wenn es der einzige Cellolehrer der Schule war und durch den Wegfall alle Ensembles ab sofort ohne tiefe Streicherklänge auskommen müssen.

Wir (das lehrsaiten.de-Team) wollen wissen, welche Erfahrungen Ihr mit der Musikschule Eurer Kommune gemacht habt. Wie habt Ihr es geschafft, die Kommunen von den Notwendigkeiten der Kulturerziehung zu überzeugen?
Welche Argumente wurden angewendet, um Städte oder Vereine an der Kürzung von Geldern und Musikstunden zu hindern?

Diskutieren Sie mit und gebe Sie Ihre POSITIVEN, aber auch NEGATIVEN Erfahrungen weiter!

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