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Ständchen von Bertold Hummel

hummel.jpgBereits letztes Jahr brachte der Schottverlag von Bertold Hummel (1925-2002) ein Heft für Violine und Klavier mit kleinen, leicht spielbaren Ständchen heraus. Unter dem Titel "... und ein Tango" fassten die Herausgeber zwei kleine Geburtstagsständchen für seine Frau Inken (Albumblatt, Arietta) einen musikalischen Willkommensgruß an seine Enkelin Johanna Marie (Ständchen) " ... und ein(en) Tango" - ebenfalls für seine Frau zum Geburtstag - als späte Kleinode aus Hummels Schaffen zusammen.

Das "Albumblatt" bietet als Andantino im 6/8-Takt eine leicht bewegte, nette Melodie, welche einigen dynamischen Spielraum bietet. Durch die etwas größeren Tonabstände entsteht ein "moderner Charakter" ohne jedoch wirklich moderne und auch atonale Klangversuche zu riskieren, wie sie zum Beispiel in Hanno Haags Stücken vom "Rummelplatz" zu finden sind.
Das zweite Ständchen "Arietta" bietet mit vielen tiefen ersten und vierten Fingern eine Spielwiese für Griffartenwechsel. Durch den nicht ganz eingängigen Rhythmus dürften beim Blattspiel Probleme auftreten, wenn B- und As für den Schüler noch zu neu sind. Auch wird es schwer, die Violinstimme ohne begleitendes Klavier dem kleinen Geiger verständlich zu machen. Dennoch bietet die "Arietta" interessierten jungen Musikanten nicht nur durch die Verwendung eines Dämpfers das Gefühl in "moderne Musik" einzutauchen. Beide Elemente, der Dämpfer und die eigenwillige, minimalistische Klavierbegleitung, verleihen dem Stück einen intimen, sphärischen Charakter, der nach einigen Hürden auch von jungen Schülern erfasst wird.
Sehr schnell und unkompliziert erschließt sich dagegen das anschließende "Ständchen". Die Melodie findet schnell Gehör und sollte laut Komponist ebenfalls mit einem Dämpfer vorgetragen werden.
Etwas schwerer und mit einigen Passagen in der dritten Lage endet das neue Hummel-Heft in einem Tango. Der Tanzmusik angemessen verwendet der Komponist hier die Kopfzeichen. Der Schüler findet leicht die harmonischen Überleitungen und spielt einen typischen Tango-Rhythmus bereits, wenn er denn die vielfältigen dynamischen und spieltechnischen Bezeichnungen beachtet. Der Rest obliegt dem Geschick des Lehrers.

Die vorliegenden vier kleinen Albumstückchen des 2002 verstorbenen Bertold Hummel suchen nicht den großen Saal, sondern finden ihre Bedeutung (wie die Widmungen bereits verraten) eher im privaten Rahmen. Im Geigenunterricht können Sie das Repertoire für unsere Kleinen durchaus erweitern und bieten erste Einblicke in die Kompositionskultur des 20. Jahrhunderts. Gerade in den unteren Altersklassen bietet vorallem der letzte Satz "Tango" eine moderne Alternative in den Programmen von "Jugend musiziert" oder "Prima la musica", welche für Streicher bald wieder Aktualität haben werden.

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