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Alexej Janschinow - Concertino a-moll

Das "Concertino im russischen Stil" gehört zur Literaturschule für Violine der ehemaligen UdSSR. Im Osten (ehem. DDR) Deutschlands an den Musikschulen weitverbreitet und zum Grundrepertoire gehörend, hält es seit der Wende auch in den alten Bundesländern Einzug, was nicht heißen soll, dass dieses Vortragsstück dort vorher völlig unbekannt gewesen wäre.

Alexej Janschinow reiht sich ein in eine lange Gilde sowjetischer Violinpädagogen und Komponisten, welche ein einzigartiges Gespür für Spielfreude bei gleichzeitiger methodischer Entwicklung des Geigespiels zeigten. So haben sich neben Janschinow vorallem Anatoli Komarowski, Konstantin Alexandrowitsch Fortunatow und Natalia Baklanowa hervorgetan, Kindern Vortragsstücke zu liefern, deren methodisch-didaktischer Aufbau wohl durchdacht ist und auch im Vordergrund steht, ohne dabei auf gefällige Melodien und ausführbare Virtuosität zu verzichten. Ergebnis dieser Schule war ein sehr hohes Allgemeinniveau der Klassen.

Den Schwierigkeitsgrad des Stückes zu bemessen ist recht schwer. Es werden sehr viele technische Probleme verarbeitet, die durchaus vorbereitet sein sollten. Je nach technischem Leistungsstand des Schülers kann man dieses Konzert im 2. Unterrichtsjahr, oder aber erst im 5. Unterrichtsjahr spielen. Doch schauen wir uns etwas genauer an, welche Anforderungen das Werk an den Schüler stellt:

Nach dem 18-taktigen sehr mächtigen und russischen Klaviervorspiel setzt die Violine im Forte mit einem kraftvollen gebrochenem Akkord (a-e-c:1-1-2) ein, gefolgt von breiten Halben und Vierteln, welche sich auch für erste Vibratoversuche gut eignen. Man kan das gesamte Konzert in der ersten Lage spielen oder aber, je nach Schüler, einige geschickte Lagenwechsel in die 2. und 3. Lage einbauen, die den musikalischen Ablauf des Concertinos sicher unterstützen. Sehr russische, kraftvolle und volksliedhafte Melodien werden unterbrochen von kleinen technischen Einlagen. Erwartet wird eine geläufige linke Hand in a-moll, sowie eine rechte Hand mit martelé, staccato und, wenn es eindrucksvoll werden soll, auch schon einem leichten Wurfbogen (2x spiccato im V), welcher aber ruhig auch noch liegen kann.

Auf Seite 2 ist längere Konzentration für einen etüdenhaften 4-gebundenen Achtelnotenabschnitt gefragt. Die häufigen Töne "f" auf der E-Saite bereiten hier erfahrungsgemäß die größten Schwierigkeiten. Außerdem lebt diese Stelle von einem flüssigen Saitenwechsel. Die Griffe der Tonarten C-Dur, bzw. a-moll sollten also nicht all zu neu für unseren Schüler sein.

Für eine nette ruhige Kantilene wechselt der Komponist nun nach A-Dur. Auch hier wären je nach den Möglichkeiten Ihres Schützlings Lagenwechsel in die 3. Lage angebracht, was aber nicht bindend ist, weil es der Notentext ansich nicht erfordert. Außerdem sollte ein Oktavgriff 0-3 sehr sauber sein, weil er mehrmals abverlangt wird.

Eine Bogentechnische Raffinesse erfordert der weitere Verlauf. Zum einen werden in Achteltriolen zwei Töne gebunden und einer gestossen, was sich nach ca. einer Zeile aber plötzlich umgekehrt. Nun wird die erste Note gestossen und die folgenden beiden der Triole gebunden. Erschwerend kommen die ständigen Saitenwechsel hinzu. Die nun zu bewältigenden ständigen Saitenwechsel über vier gebundene Achtelnoten erinnern an Janschinows berühmteste Etüde, ein Variationsstück zu "Der rote Sarafan", welches man in "Peter's Violinschulwerk Bd.1" der Edition Peters unter der Nummer 47 finden kann.

Die dritte und letzte Saite glänzt durch optische Virtuosität, welche aber erfahrungsgemäß relativ schnell durch die Schüler erreicht werden kann. Wer einmal schnelle, kurze Saitenwechsel sein eigen nennen kann, sollte auch hier wenige Probleme haben. Ansonsten sind schnelle tonleiterartige Läufe in A-Dur verlangt, viele, viele Saitenwechsel - diesmal über zwei 16tel gebunden und am Ende im Presto einige "Pseudo"-Doppellgriffe (pseudo, weil immer eine leere Saite dabei ist), welche besonders virtuos und eindrucksvoll wirken.

Fazit:

Das Konzert macht den meisten Schülern enormen Spaß, wenn die Länge über drei Seiten oder der technische Anspruch sie nicht überfordern.

Technische Zusammenfassung:

  • Länge: 3 Seiten
  • Tonarten: a-moll, A-Dur
  • links: Geläufigkeit in den entsprechenden Griffen, erste Doppelgriffe mit leeren Saiten, ev. Vibrato, ev. Lagenwechsel in 2. und 3. Lage
  • rechts: martelé (unverzichtbar), legato bis 4 gebunden, schnelle Saitenwechsel 2- und 4-gebunden (Wellen), kraftvoller Ton im detaché
  • Rhythmus: Triolen mit wechselndem Bogenstrich
  • TIPP: Technik unbedingt an geeigneten Etüden absichern

 

 

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